[NIWO] Umfrage des NIWO Netzwerk abgeschlossen: Ergebnisse

Das NIWO-Netzwerk ist in im Sommer 2017 auf über 1.000 Mitglieder gewachsen. Das war uns Grund genug, um unsere Aktivitäten im Rahmen einer Fragebogenaktion zu evaluieren und den Fokus auf zukünftige Entwicklungsschwerpunkte unserer Mitglieder zu richten.
Wenngleich wir mit den Artikeln und Nachrichten im Forum eine sehr gute Durchdringung innerhalb der NIWO-Mitglieder haben, hat die Fragebogenaktion gezeigt, dass aktuell das Bedürfnis nach Konsum größer ist als das nach aktiver Gestaltung und Mitwirkung. An der Umfrage haben 104 Netzwerkmitglieder teilgenommen, was wir als eine eher geringe Beteiligung werten. Die Auswertung der gelieferten Antworten kann damit lediglich Tendenzen liefern, wirklich belastbare Aussagen sind auf dieser Basis leider nicht möglich.
Eine Zusammenfassung und Interpretationsansätze haben wir im Folgenden zusammengestellt. Zur Erzielung einer vergleichbaren Gewichtung wurde aus den Antworten bei einigen nachstehenden Fragen ein Punktwert für die erfragten Themen ermittelt, dieser wird jeweils in Klammern angegeben.
 
„Haben Sie persönliche oder berufliche/wirtschaftliche Gründe zum Beitritt in das NIWO-Netzwerk bewogen?“
Von den Teilnehmern haben fast 80% angegeben, dass sie dem Netzwerk aus beruflichen GrĂĽnden beigetreten sind. Andere GrĂĽnde wurden von nicht einmal 30% der Teilnehmer genannt. Somit steht eindeutig der berufliche Aspekt im Vordergrund. Das verwundert nicht, da in unserer Gruppe die wirtschaftliche Entwicklung Ostfrieslands im Fokus steht.
 
„Für welche Themen interessieren Sie sich?“
Informationstechnologie (225), Bildung (218) und Energie (204) sind mit deutlichem Abstand diejenigen Themen, die die Teilnehmer nahezu gleich stark interessieren. Da Informationstechnologie und Energie im Folgenden noch detaillierter betrachtet werden, ist hier in Bezug auf Bildung festzuhalten, dass die im Bundesvergleich unterdurchschnittliche Schulbildung der Ostfriesen aber auch der anstehende Fachkräftemangel von vergleichsweise großer Bedeutung ist und auch so von den NIWO-Mitgliedern wahrgenommen wird.
Danach sind es Globalisierung (180) und Politik (178), ebenfalls nahezu gleich stark, für die die Teilnehmer sich interessieren, in Ihrem täglichen Handeln jedoch nicht betroffen sind.
Mit noch einmal deutlichem Abstand von diesen werden Recht (139) und Ernährung (123) genannt.
 
„Welche Kernthemen interessieren Sie besonders?“
74% der Teilnehmer nannten hier „Einsatz und Nutzung von Informationstechnologie, Digitalisierung“ als eines ihrer Kernthemen. Das überrascht sicher nicht, denn hier haben wir insbesondere in Ostfriesland dringenden Nachholbedarf, der für jeden nahezu spürbar ist.
An zweiter Stelle finden sich die Themenbereiche „Umweltfreundliche, erneuerbare Energien“ (64%), „Nachhaltige Mobilität“ (53%) und „Auf- und Ausbau von regionalen Wertschöpfungsketten“ (49%). Gerade diese Punkte machen deutlich, dass wir in der Tat anfangen müssen, regionaler zu denken, Ostfriesland als gemeinsamen Wirtschaftsraum wahrzunehmen und die Netzwerkarbeit zu intensivieren.
Mit Abstand dahinter wurden „Energiespeichertechnologien“ (39%), „Energieeffizienz und intelligente Gebäude“ (33%), „Rohstoff und Materialeffizienz“ (27%) und „Kreislaufwirtschaft“ (25%) genannt. Kategorisiert man diese drei Punkte unter dem Stichwort Ressourcenschutz, ist dieses Ergebnis ist insoweit interessant, da es positiv mit umweltfreundliche Energien oder auch nachhaltige Mobilität oder Bildung korrelieren sollte. Hier ist also noch Aufbauarbeit erforderlich.
 
„Für wie wichtig bewerten Sie folgende Infrastruktur- bzw. Wirtschaftsfaktoren für Ihren unternehmerischen bzw. beruflichen Erfolg?“
Eindeutig und mit großem Abstand am wichtigsten war den Teilnehmern die Internet-Verbindung (254). Danach wurde votiert für „Ausbildung des Personals“ (227). Hier spiegelt sich das Bild aus den vorherigen Antworten: Informationstechnologie und Bildung, zwei der drei Schwerpunktthemen der NIWO-Mitglieder, liegen auch hier ganz vorne.
Die „Verkehrsanbindung, allgemein“ (199), „Energieversorgung“ (181), „Büroräume“ (181), „Urbane Infrastrukturen (Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten, etc.)“ (179), „Mobilität des Personals“ (177), „Autobahnanbindung“ (175), „Anbindung an Personennahverkehr (Bus, Bahn)“ (158) und „Mehrsprachigkeit des Personals“ (143) bilden hier die solide Basis für den wirtschaftlichen Erfolg in Ostfriesland. In Summe bedeutet das auch, dass wir weiterhin an einer funktionierenden Infrastruktur arbeiten müssen um die Attraktivität des Standorts zu gewährleisten.
Mit deutlichem Abstand dahinter wurden „Eisenbahn-Verkehrsanbindung“ (123), „Produktionsräume“ (109), „Grundstück/Fläche“ (100) und „Lagerräume“ (95) genannt. Mit noch einmal großem Abstand wurde „Wasserstraßen-Anbindung“ (63) als wichtig empfunden.
Interessant ist, dass hier eine Verschiebung weg von der Produktion und Lagerung hin zum tertiären Sektor zu erkennen ist. Letzterer hat naturgemäß andere Anforderungen an die lokale Infrastruktur. Hier passen wieder die Stichworte Digitalisierung und Bildung.
 
AbschlieĂźend haben wir die Netzwerkmitglieder gefragt, ob ein Transfer der Gruppe raus aus der virtuellen, rein in die physische Welt gewĂĽnscht ist. Die Mehrzahl der Umfrage-Teilnehmer hat das bejaht. Dem werden wir Rechnung tragen und im ersten Schritt einen Stammtisch mit einem freien Austausch planen.
Parallel werden wir die Zusammenarbeit mit anderen Netzwerken und den Wirtschaftsförderungen in Ostfriesland intensivieren und unsere auch im Rahmen der Fragebogenaktion dokumentierten Kernthemen weiterhin aktiv begleiten.
Bei Fragen oder Anregungen kommen Sie gerne auf uns zu.
Das NIWO-Moderatoren-Team